Die Akten liegen verschlüsselt auf dem Server, der Cloud-Anbieter ist sorgfältig gewählt. Und dann synchronisiert der Mac der Anwältin ihren Schreibtisch still in ihr privates iCloud. Wer einen Mac in der Anwaltskanzlei einsetzt, schützt das Berufsgeheimnis nicht nur im Rechenzentrum. Er schützt es auch am Gerät, das jeden Tag mit ins Gericht, ins Homeoffice und in den Zug geht.
In 30 Sekunden
- Wo liegt das Risiko? Bei Dingen, die privat praktisch sind: iCloud-Synchronisierung, AirDrop, private Konten auf dem Arbeitsgerät.
- Geht Kanzleiarbeit auf dem Mac? Ja. Kanzleisoftware wie timeSensor LEGAL läuft laut Anbieter nativ auf macOS.
- Für Betriebe wichtig: Die heiklen Funktionen lassen sich auf verwalteten Geräten gezielt einschränken.
- Keine Zeit dafür? Wir stellen die Macs und iPhones Deiner Kanzlei so ein, ohne dass Du daran denken musst.
Warum das Gerät zum Berufsgeheimnis gehört
Das Anwaltsgeheimnis steht im Strafgesetzbuch (Art. 321 StGB) und im Anwaltsgesetz (Art. 13 BGFA). Es fragt nicht, ob eine Akte im Schrank liegt oder als PDF auf dem MacBook. Dazu kommt das Datenschutzgesetz: Personendaten müssen mit angemessenen technischen Massnahmen geschützt werden.
Wo die Daten auf Servern und in der Cloud liegen, ist eine eigene, wichtige Frage. Hier geht es um die andere Hälfte: das, was die Mitarbeitenden täglich in der Hand haben.
Dieser Beitrag beschreibt technische Massnahmen und ersetzt keine Rechtsberatung.
Mac in der Anwaltskanzlei: fünf Stellen, die oft übersehen werden
- iCloud für Schreibtisch und Dokumente. Ist diese Option aktiv, lädt der Mac alles auf dem Schreibtisch und im Dokumente-Ordner in die iCloud des angemeldeten Apple Accounts. Gehört er der Person selbst, liegen Mandatsakten danach in einem Konto, das die Kanzlei nicht kontrolliert.
- Verschlüsselung unterwegs. Ein MacBook im Zug kann liegen bleiben. Mit FileVault sind die Daten darauf ohne Passwort nicht lesbar. Wie das geht, steht im Beitrag Mac verschlüsseln mit FileVault.
- Die Sperre am Platz. Besprechungszimmer, Sekretariat, Klientschaft im Raum: Ein offener Bildschirm zeigt mehr als jede Akte auf dem Tisch. Tipps dazu im Beitrag Mac sperren.
- AirDrop. Steht der Empfang auf «Alle», kann jede Person in der Nähe Dateien anbieten. Und ein Dokument ist mit zwei Klicks auf einem fremden Gerät.
- KI-Funktionen. Siri und Apple Intelligence können Eingaben je nach Einstellung an externe Intelligenz-Dienste weitergeben. Für einen Mandatstext ist das eine bewusste Entscheidung wert.
Was davon sich zentral regeln lässt
Auf Geräten, die über Apple Business aufgenommen und verwaltet werden, lassen sich genau diese Punkte festlegen. Die iCloud-Synchronisierung von Schreibtisch und Dokumenten lässt sich abschalten. AirDrop lässt sich begrenzen. Externe Intelligenz-Dienste lassen sich laut Apple auf verwalteten Geräten sperren. FileVault und die Bildschirmsperre lassen sich für alle Macs vorgeben.
Der Vorteil: Die Kanzlei muss sich nicht darauf verlassen, dass jede Person jede Einstellung richtig setzt. Und beim Austritt einer Mitarbeiterin verlässt keine Akte das Haus. Warum das mit dem richtigen Konto beginnt, steht im Beitrag Apple-ID im Unternehmen.
Drei Fragen für Deine Kanzlei
- Weisst Du, mit welchem Apple Account jeder Kanzlei-Mac angemeldet ist?
- Läuft auf allen MacBooks FileVault, belegbar?
- Könnte heute jemand im Team eine Akte per AirDrop auf ein privates iPhone schicken?
Lautet eine Antwort «weiss nicht», ist das der beste Grund für einen genaueren Blick.
Fazit: Der Mac in der Anwaltskanzlei passt, wenn die Geräte geführt werden
Mac und iPhone sind für Kanzleien eine sichere Basis. Die Risiken entstehen dort, wo Werkzeuge für den Privatgebrauch gedacht sind und niemand sie für die Kanzlei einstellt. Wer seine Geräte gemeinsam führt, schliesst diese Lücken einmal und für alle.
Willst Du wissen, wo Deine Kanzlei heute steht?
Als Apple-Spezialist für KMU in der Zentral- und Ostschweiz betreuen wir Kanzleien und richten ihre Geräte im Managed Workplace zentral ein. Mehr dazu auf unserer Seite IT für Anwälte.
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Häufige Fragen zum Mac in der Kanzlei
Ist ein Mac für eine Kanzlei sicher genug?
Ja. macOS bringt Verschlüsselung, Touch ID und regelmässige Sicherheitsupdates mit. Entscheidend ist, dass die Einstellungen für alle Geräte gleich und nachweisbar gesetzt sind.
Dürfen Mitarbeitende ihr privates iCloud nutzen?
Auf dem privaten iPhone schon. Auf dem Arbeitsgerät gehört ein verwalteter Firmen-Account hin. So sind private und berufliche Daten getrennt.
Wir sind nur drei Personen. Lohnt sich eine Geräteverwaltung?
Gerade kleine Kanzleien haben niemanden, der Einstellungen laufend prüft. Eine Verwaltung erledigt das im Hintergrund, auch bei wenigen Geräten.
Läuft unsere Kanzleisoftware auf dem Mac?
Das hängt vom Programm ab. timeSensor LEGAL läuft laut Anbieter nativ auf macOS. Bei Windows-Programmen gibt es Wege über Fernzugriff oder virtuelle Maschinen. Das prüfen wir im Einzelfall.





