KI-Tools wie ChatGPT sind aus dem Arbeitsalltag kaum mehr wegzudenken. Was viele nicht wissen: Diese Werkzeuge merken sich erstaunlich viel über Dich. Die kostenlosen Versionen lernen sogar aus dem, was Du eintippst. Für einen Betrieb ist das eine Frage von KI und Datenschutz, nicht nur eine Spielerei. Hier erfährst Du, was KI-Tools speichern und wie Du die Kontrolle behältst.
In 30 Sekunden
- Was ist das Problem? KI-Tools merken sich Details über Dich und Dein Unternehmen. Kostenlose Versionen nutzen Deine Eingaben oft auch zum Training.
- Warum wichtig? Tippt jemand Kundendaten oder Verträge ein, landen die womöglich beim Anbieter. Das ist ein echtes Datenschutzrisiko.
- Was tun? Gedächtnis und Training in den Einstellungen abschalten, sensible Daten draussen lassen und für die Firma die richtigen Tarife nutzen.
- Keine Zeit dafür? Wir richten die KI-Nutzung in Deinem Betrieb datenschutzkonform ein und schulen Dein Team.
Was ChatGPT und Co. über Dich speichern
Moderne KI-Tools haben ein Gedächtnis. ChatGPT, Gemini und Claude merken sich über ihre Memory-Funktion Details wie Beruf, Wohnort, Vorlieben und Arbeitsgewohnheiten. Manches leiten sie sogar selbst ab, etwa Dein ungefähres Alter aus Deinem Schreibstil. Praktisch für die Bequemlichkeit, heikel für den Datenschutz.
Dazu kommt der zweite Punkt. Bei den kostenlosen und den einfachen Bezahlversionen werden Deine Eingaben in der Regel auch zur Verbesserung der Modelle genutzt, sofern Du das nicht ausdrücklich abschaltest. Was Du eintippst, kann also Teil des Trainings werden.
Selbst ausprobieren: Was weiss die KI über Dich und Deinen Betrieb?
Diese zwei Prompts kannst Du direkt in ChatGPT, Gemini oder Claude einfügen:
1. Was die KI über Dich und Deinen Betrieb weiss:
„Fasse zusammen, was Du über mich und meine Arbeit weisst. Nimm auch Dinge dazu, die ich nie ausdrücklich gesagt habe, die Du aber aus meinem Schreibstil, meinen Fragen und den besprochenen Themen ableitest, etwa Branche, Rolle oder wie mein Betrieb tickt.»
2. Deine blinden Flecken (Bonus):
„Jetzt, wo Du so viel über mich und meine Arbeit weisst: Nenne mir fünf blinde Flecken in meiner Kommunikation, meinem Auftreten oder meiner Arbeitsweise. Gib zu jedem Punkt eine kurze Begründung und einen konkreten Tipp, wie ich es besser mache. Sei ehrlich, wohlwollend und konkret.»
Warum KI und Datenschutz für Dein KMU zusammengehören
Im privaten Chat ist das eine Sache. Im Betrieb wird es zum Risiko. Tippt eine Mitarbeiterin eine Offerte, einen Vertrag oder Kundendaten in ein kostenloses KI-Tool, verlassen diese Informationen das Unternehmen. Sie liegen dann beim Anbieter und fliessen im schlechtesten Fall ins Training ein. Für den Schweizer Datenschutz nach revDSG ist das ein Problem, ebenso für die DSGVO. Ein durchgesickerter Kundenname oder eine Vertragsklausel lässt sich nicht zurückholen.
So behältst Du die Kontrolle
Du kannst jederzeit prüfen und löschen, was gespeichert ist. Die Wege unterscheiden sich je nach Tool:
- ChatGPT: Einstellungen, dann Personalisierung, dann Erinnerungen. Dort löschst Du einzelne Einträge oder alles und schaltest das Gedächtnis ganz ab.
- Gemini: Einstellungen, dann Persönlicher Kontext. Dort entfernst Du gespeicherte Einträge.
- Claude: Einstellungen, dann Funktionen, dann Gedächtnisdateien. Die kannst Du bearbeiten oder komplett löschen.
Das Training schaltest Du separat ab, meist unter Datenschutz oder Datenkontrollen. Und Achtung: Ein gelöschtes Konto genügt nicht. Die gespeicherten Inhalte musst Du vorher von Hand entfernen, sonst bleiben sie erhalten. Die genauen Klickwege beschreibt auch t3n.
Die eigentliche Lösung: Regeln und die richtigen Tools
Löschen allein reicht nicht, weil beim nächsten Mal wieder etwas gespeichert wird. Nachhaltig sicher wird KI im Betrieb durch drei Dinge:
- Klare Regel im Team: Sensible Daten wie Kundennamen, Verträge oder Zugangsdaten gehören nicht in eine öffentliche KI.
- Die richtigen Tarife: Die Team- und Business-Versionen von ChatGPT und Claude trainieren vertraglich nicht mit Deinen Daten. Das ist verbindlich, nicht nur ein Schalter, den man vergisst.
- Datensparsame Alternativen: Vieles rechnet Apple Intelligence direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten in die Cloud wandern. Das ist von Haus aus datenschutzfreundlicher.
Wie Ihr KI im Betrieb sicher und mit Nutzen einsetzt, haben wir unter KI im Unternehmen zusammengefasst. Wie Du Eure Daten grundsätzlich schützt, zeigen wir Dir unter IT-Sicherheit.
Fazit: erst wissen, dann sorglos nutzen
KI ist ein starkes Werkzeug, aber sie vergisst nicht von selbst. Wer die richtigen Einstellungen und Tarife wählt, nutzt sie ohne schlechtes Gewissen. Der erste Schritt ist, zu wissen, was überhaupt gespeichert wird. Den zweiten gehen wir gern mit Dir.
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Häufige Fragen zu KI und Datenschutz
Speichert ChatGPT wirklich, was ich eingebe?
Ja. ChatGPT merkt sich über die Memory-Funktion Details über Dich. In den kostenlosen und einfachen Bezahlversionen werden Deine Eingaben zudem oft zum Training genutzt, sofern Du das nicht abschaltest. Das gilt ähnlich für Gemini und Claude.
Reicht es, mein KI-Konto zu löschen?
Nein. Ein gelöschtes Konto entfernt die bereits gespeicherten Inhalte nicht automatisch. Du solltest die Erinnerungen vorher von Hand löschen und das Training abschalten. Erst dann bist Du wirklich auf der sicheren Seite.
Welche KI darf ich im Betrieb bedenkenlos nutzen?
Für geschäftliche Daten eignen sich die Team- oder Business-Tarife von ChatGPT und Claude. Diese trainieren laut Vertrag nicht mit Deinen Inhalten. Kostenlose Versionen sind für sensible Firmendaten dagegen ungeeignet.
Ist Apple Intelligence datenschutzfreundlicher?
In vielen Fällen ja. Apple Intelligence rechnet viele Aufgaben direkt auf dem Gerät, sodass weniger Daten in die Cloud gehen. Trotzdem gilt auch hier: Sensible Inhalte gehören nur dorthin, wo Du die Kontrolle behältst.





